Brieftauben
  Die Brieftaube
 

aus "Die Brieftaube" Nr. 07/07
Regionalverbandsmeister sowie 6. Allroundmeister auf Bundesebene 2005:
Mathias Körber, RV Hannover-West.


Viel Züchten und selektieren!

Der absolute Überflieger im Regionalverband in der Saison 2005 war ohne Zweifel Mathias Körber. Er gewann nicht nur die interne Regionalverbandsmeisterschaft, sondern auch die regionale Allroundmeisterschaft und stellte den besten As-Vogel im Regionalverband. Dies bedeutete nach dem vorangegangenen Spitzenjahr 2004 spätestens jetzt den Sprung in die deutsche Züchterelite. Ob auf der Siegerbühne in Dortmund oder auf „Gouden Duif“- Siegerehrungen in Haacht, hier ist Mathias ab sofort ein fester Bestandteil. Wer ihn aber gut kennt, der weiß, dass er trotz aller Erfolge auf dem auf dem Boden der Tatsachen geblieben ist, was ihn umso sympathischer macht.

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Das Körber-Team: Siegfried, Katharina und Mathias

Zwei Orte, zwei Häuser, zwei Schläge, drei Züchter und ein Name.

So könnte die grobe Definition für den Schlag Körber lauten. Für Außenstehende, die die Verhältnisse nicht kennen, mag diese Konstellation etwas konfus wirken. Schaut man jedoch etwas genauer hinter die Kulissen, wird die Situation deutlich und ganz klar strukturiert. Obwohl nur der Name „Mathias Körber“ in der Preisliste zu finden ist, gehören noch zwei weitere Personen dem Team Körber an. Vater Siegfried ist mit seinen 69 Jahren der Senior im Team. Als Ruheständler hat er genügend Zeit sich ausreichend um seine Lieblinge zu kümmern. Und die braucht er auch, denn die komplette Reisemannschaft sowie die Jungtauben haben ihr Domizil auf den Dachbodenschlägen seines Wohnhauses in Osterwald. Mathias hingegen wohnt mit seiner Familie im ca. 25 km entfernten Wilkenburg, einem Ortsteil von Hemmingen, wo sich auch die Basis des Erfolges, nämlich die Zuchttauben, befindet. Die Dritte im Bunde ist Mathias’ Tochter Katharina, die mit ihren elf Jahren schon sehr engagiert ist.

Brieftaubensport in der Familie.

Mathias Körber konnte es gar nicht anders treffen, als dass er mit dem Taubenvirus infiziert wurde, denn in fast allen Teilen seiner Familie wurde oder wird auch heute noch der Brieftaubensport betrieben. Mit zwölf Jahren startete er seine Züchterkarriere auf den Jungflügen 1975. Ob Mathias schon damals gewusst hat, dass er einmal einer der ganz Großen in Deutschland wird, bleibt an dieser Stelle offen. Aber ein Traum war es sicherlich schon. Die ersten größeren Erfolge zeichneten sich ab, nachdem er sich im Jahre 1993 einen eigenen Zuchtschlag in seinen Garten stellen ließ. Neben vielen weiteren vorderen Platzierungen im Bezirk, wurde im Jahr 2000 z.B. die 1. Bezirksjährigenmeisterschaft im 14. Bezirk Hannover gewonnen. Hier galt es Größen zu schlagen wie die Gebr. Sandeck, H.G. u. E. Rathe, W. u. T. Füllgraf, G. Ebert sowie M. u. O. Plagge, um nur einige Namen zu nennen, die in der Taubenzüchterwelt wahrlich keine Unbekannten sind. Auch in der RV und der FG musste so manch alt eingesessener Hase feststellen, dass „hinterm Berg“ auch noch welche wohnen, denn auch hier war in den letzten Jahren vor den Körbers niemand mehr sicher.

Ein absolutes Trumjahr:

Das Reisejahr 2004 war für den 42 jährigen diplomierten Verwaltungswirt Mathias Körber eigentlich schon ein absolutes Traumjahr, das realistisch gesehen nur noch sehr schwer zu toppen sein konnte. Das Aushängeschild des Schlages war der 02019-02-217, der mit drei 1. Konkursen für Furore sorgte. Unter anderem auch mit dem Sieg über 458 km gegen 11.913 Tauben im RegV. Insgesamt wurde er mit seinen Leistungen 1. As-Vogel „Mittelstrecke“, 2. As-Vogel „Allround“ und 3. As-Vogel der „Weitstrecke“ im RegV. Mit seinen 950,58 As-Punkten in der „Allround“- Wertung belegte der „217“ außerdem einen starken 15. Platz auf Verbandsebene!
Obwohl Mathias zuerst mit sich haderte, seinen „Braveheart“, wie er ihn liebevoll getauft hat, in der folgenden Saison noch zu setzen, tat er es schließlich doch. Und der Vogel bedankte sich dafür mit 13/13 Preisen auf seine Weise. Er wurde zum Abschluss seiner aktiven Karriere noch bester Vogel der RV und FG. Insgesamt gesehen flog er in seiner Laufbahn den 1., 1., 1., 2., 3., 4., 8., 9., 11., 13., 17. usw. Konkurs. Dass das Reisejahr 2004 keine „One-Man-Show“ war, unterstrichen der 3. Platz beim Dt. Brieftaubenchampionat, sowie der 2. Platz beim Klinik-Cup auf Verbandsebene.

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02019-02-217
2004: 13/12 Preise, 15. As-Vogel
auf Verbandsebene mit 950,58 As-Punkten,
1. Konkurs FG gegen 4668 Tauben
1. Konkurs RegV gegen 11913 Tauben
1. Konkurs RV gegen 1191 Tauben
2005: 13/13 Preise, bester Vogel der RV und FG,
8. As-Vogel "Allround" im RegV
mit 906,04 As-Punkten.

 

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02019-02-341
Er errang bei 41 Einsätzen 35 Preise,
2. Konkurs RegV gegen 11913 Tauben,
2. Konkurs RegV gegen 7109 Tauben,
8. Konkurs RegV gegen 7551 Tauben,
16. Konkurs RegV gegen 9125 Tauben


Aber im Jahr 2005 sollte es noch besser werden!

Im RegV stellte man den 1., 8., 9., 13., 24., 25., 28., 36., 44., und 52. As-Vogel „Allround“. Das sind sage und schreibe zehn Tauben, die allesamt mehr als 800 As-Punkte aufweisen konnten! 1. As-Vogel im Regionalverband und somit auch die 24. auf Bundesebene wurde der 02019-03-610 mit tollen 944,08 As-Punkten. Der „217“ platzierte sich übrigens mit 906,04 As-Punkten auf dem 8. Platz im RegV. Der größte Coup des Jahres 2005 und gleichzeitig der Höhepunkt von Mathias’, Siegfrieds und Katharinas Züchterkarriere war ohne Frage der Gewinn der 6. Allround-Meisterschaft aud Bundesebene! Alle weiteren Platzierungen hier aufzuzählen wurde den Rahmen sprengen. Sie sind daher der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Erfolge 2004:
- 3. Platz Dt. Brieftaubenchampionat
- 2. Platz Klinik-Cup
- 15. As-Vogel „Allround“ Verbandsebene
- 2. RegV- Meister „Mittelstrecke“
- 1. RegV- Jährigenmeister
- 4. interner RegV- Meister
- 1., 7., 10. As-Vogel „Mittelstrecke“ im RegV
- 2. und 7. As-Vogel „Allround“ im RegV
- 1. und 2. Preis Regionalflug ab Chojnow gegen 11.913 Tauben
- 1. RV- Verbandsmeister
- 1. interner RV- Meister
- 1. RV- Jährigenmeister
- 5 x 1. Konkurs

2005:
- 6. Verbandsmeister
- 24. As-Vogel auf Verbandsebene
- 10. Platz Klinik-Cup
- 1. RegV-Meister „Allround“
- 1. interner RegV-Meister
- 1., 8., 9. As-Vogel im RegV
- Sieger des Verbandsflug-Wochenendes im RegV
- 1. RV-Verbandsmeister
- bester Vogel der FG und RV
- 1. „Gouden Duif“- Gewinner Kategorie Fond
- 3 x 1. Konkurs

Ein von Schnelligkeit und Konstanz geprägter Stamm.

Wie es die Erfolge belegen, hat Mathias es geschafft, sich einen hervorragenden eigenen, auf Schnelligkeit und Konstanz ausgerichteten, Stamm aufzubauen. Bei der Einführung verschiedener Tauben legt/e er nie besonders Wert auf bestimmte momentane „Moderassen“, denn auch „Abtammungstauben“ können einen nicht immer zwingend dem gewünschten Ziel näher bringen. Die heutigen Leistungsträger gehen noch auf die alte Basis, sprich die Janssen-/ Smeulers-Tauben sowie die Kadet-Linie zurück. Als Stammweibchen muss man die „1528“ bezeichnen, welche aus Tauben der Sportfreude Müller/ Bischoff (Primasens) x H.G. Rathe (Osterwald) stammt. Sie taucht so gut wie in jeder Ahnentafel auf. Weiterhin wurden noch einige der schönen Vos-Jennes-Schimmel nach Wilkenburg transferiert. Als letzte Neuerwerbung sind die „Eurostars“ von H. und F. Sander aus Münster dazugekommen, die ihr Können auch bereits unter Beweis gestellt haben.
Für den Eigenbedarf werden rund 100 Jungtauben gezüchtet.

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Der Blick auf die Ausflüge: Die Reisetauben bei Siegfried Körber

Die 56 Witwer, welche bei Siegfried Körber beheimatet sind, sind in drei Schlägen untergebracht.

Weil für die herkömmliche Meisterschaft der RV Hannover-West mind. ein Tier anderen Geschlechts dabei sein muss, wird in die Saison außerdem mit ca. 15 Weibchen gestartet. Auf zwei Schlägen wird nach der normalen Witwerschaft verfahren. Von dem dritten Schlag aus gehen sowohl die Vögel als auch die Weibchen auf die Reise.
„Viel züchten und selektieren“ lautet die Divise der Körbers. Daher wird auch an allen Flügen des RV-Programms teilgenommen. Private Trainingsflüge während der laufenden Saison kennt man hier nicht. Das zweimalige Training pro Tag am Haus reicht völlig aus.
Es liegt nahe, dass Siegfried „Cheftrainer“ bezeichnet wird. Schließlich verbringt er die meiste Zeit mit der Reisemannschaft. Mathias versucht so oft es nur geht den Weg nach Osterwald zu bewältigen. Mehrmals die Woche und in der „heißen Phase“ sogar mehrmals am Tag treibt es ihn zu seinen Assen. Auch Katharina ist dann meist mit von der Partie. Das Vorbenennen obliegt übrigens voll und ganz Mathias. Dass er es immer wieder fertig bringt die „richtigen“ Tauben vorzubenennen, obwohl er sie nicht den ganzen Tag vor Augen hat, zeugt wohl von seinem außergewöhnlichen Können als Taubenzüchter.

Abschließend noch ein paar Worte unseres Meisterzüchters:

- Eine ganzjährige pünktliche und ausgewogene Versorgung aller Tauben ist Grundvoraussetzung, die Auswahl von bestimmten Futter- und Körnersorten und Beiprodukten, die zuhauf angeboten werden ist eher nachrangig.
- Ganz wichtig ist es, sich selbst persönliche und vor allem realistische Ziele zu setzen und dann den eingeschlagenen Weg beizubehalten!
- Überragende Erfolge wie z. B. der 6. Pl. bei der Allroundmeisterschaft oder der 3. Platz beim Brieftaubenchampionat sind nur möglich, wenn man eine außergewöhnlich gute Truppe beisammen hat und die Flugverläufe entsprechend gut sind. Absolute Asse in Topform sind einfach vonnöten um einmal bei den „ganz Großen“ mitspielen zu können.
- Wenn das alles zusammen kommt, ist auch die so genannte Methode von nicht so großer Bedeutung. Die Erfolge der vergangenen Jahre sind auf verschiedenste Weise vorbereitet worden. Die Praxis hat gezeigt, dass diese nicht bedingt durch z. B. herkömmliche oder totale Witwerschaft, ein- oder zweimaliges Paaren vor der Reise, Jungtieraufzucht ja oder nein hervorgerufen wurden. Es zählt einzig und allein die gute Taube in Topform!
Tanja Helbing
 
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